Der Selbstheilungsnerv - Nervus vagus
- 2. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Juni
Wer kennt ihn, den Nervus vagus? Und wer weiß von seiner wichtigen Bedeutung?
Der Vagus-Nerv ist als zehnter Hirnnerv ein wichtiger Bestandteil des autonomen Nervensystems. Besonders prägt er die Aktivität des parasympathischen Nervensystems, das viele lebenswichtige Körperfunktionen wie Verdauung, Herzschlag, Ruhe und Erholung reguliert.
Er bringt unseren Körper und unsere Psyche ins Gleichgewicht und hilft bei Stress und innerer Anspannung.
Ebenso stärkt er unsere sozialen Fähigkeiten und die Fähigkeit zur Aktivität.
Damit dies gelingt, muss er ordnungsgemäß funktionieren. Das können wir durch verschiedene Übungen im Alltag leicht unterstützen.
Eine einfache Grundübung möchte ich in diesem Blogbeitrag vorstellen.
Weitere Vagus-Übungen findest du unten, in dem in der Quelle angegebenen Buch. Die hier vorgestellte Übung ist ein guter Einstieg, um das eigene Wohlbefinden zu fördern und deine Gesundheit zu stärken.
Allgemeines:
Die Grundübung sollte für 2 bis 3 Wochen mindestens 1-mal am Tag, gerne auch häufiger (2 bis 3-mal am Tag), ausgeführt werden. Bei Stress und Anspannung kann diese Übung nach Belieben eingesetzt werden.
Als Idee:
Schreibe vor Übungsbeginn alle Symptome und Probleme auf, die dir aktuell zu schaffen machen.
Beispiele dafür können sein:
Chronische körperliche Verspannungszustände, wie verspannte Muskeln, Nacken- und Schulterschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Zähneknirschen, Arthritis, Schwindelgefühl, kalte Füße und Hände ...
Psychische Probleme, wie Reizbarkeit, Groll, Energiemangel, häufiges Weinen, Ängstlichkeit, Ruhelosigkeit, Albträume, Schlafstörungen, ...
Herz- und Lungenprobleme, wie Brustschmerzen, Asthma, Kurzatmigkeit, Bluthochdruck, ...
Funktionsstörung der Organe, wie Verdauungsstörung, Verstopfung, Übersäuerung, übermäßiges Essen, ...
Weitere, wie Allergien, Infektanfälligkeit, vermehrtes Trinken oder Rauchen, übermäßiges Misstrauen, mangelnde Kompromissbereitschaft, Gedächtnisprobleme, Konzentrationsstörungen, Überbesorgtheit, ...
Notiere dazu, wie oft ein bestimmtes Symptom auftritt - immer, jeden Morgen, einmal in der Woche ...
Notiere auch, wie stark diese Symptome sind: 0 = nicht vorhanden, 10 = sehr stark, oder wie viel Zeit und Geld du in ein Symptom investierst.
Wenn du die Übung eine Zeit lang gemacht hast, kannst du die Liste vornehmen und alle Veränderungen notieren.
Schaue, ob die Übung dazu beigetragen hat, dass die Symptome besser geworden sind. Vielleicht verschwinden die Symptome, die noch vorhanden sind, mit der Zeit allmählich ganz, wenn du die Übung weiter durchführst.
Vielleicht hast du auch noch andere Veränderungen beobachten können.
Beobachte gerne für dich, wie vielseitig diese Übung auf dich wirkt.
Anleitung:
Führe die Übung die ersten zwei, drei Tage im besten Fall im Liegen aus. So stellt sich ein gutes Gefühl dafür ein, wie die Position der Arme sein soll.
Danach kann sie im Sitzen, Stehen oder Liegen umgesetzt werden.
1. Lege dich bequem auf den Rücken und verschränke die Finger ineinander.

2. Lege dann die Hände unter den Hinterkopf. Der Hinterkopf liegt bequem auf den Händen, der Schädel ist dabei spürbar.

3. Der Kopf wird während der gesamten Übung nicht bewegt. Blicke nun nach rechts und bewege dabei nur die Augen. Dies so weit, wie es problemlos für dich möglich ist.
Wichtig ist: Nicht den Kopf, nur die Augen bewegen. Halte den Blick weiter nach rechts gerichtet.
4. Nach kurzer Zeit, auch bis zu 30, 60 oder mehr Sekunden, kommt ein Schlucken, Gähnen oder Seufzen.

5. Führe dann die Augen wieder zur Mitte und schaue geradeaus.
6. Lasse die Hände und den Kopf an Ort und Stelle und wiederhole diesen Vorgang, mit den Augen nach links gerichtet.
7. Halte den Blick nach links gerichtet, bis sich ein Seufzen, Schlucken oder Gähnen zeigt.

8. Dann ist die Grundübung für den Nervus vagus beendet (vgl. Quelle 1).
Lasse dir Zeit beim Aufstehen.
Gute Entspannung und alles Liebe!
Katharina
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Quelle 1: Bild und Text (vgl.) aus dem Buch: Der Selbstheilungsnerv. So bringt der Vagus-Nerv Psyche und Körper ins Gleichgewicht von Stanley Rosenberg, 9. Auflage 2020




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